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Jetzt auch Bunaken

Ab dem 1. September wird es teuer

Ab dem 1. September wird es teuer

Nach Komodo und anderen Nationalparks in Indonesien erhöht jetzt auch der Bunaken Nationalpark (Manado) seine Eintrittsgebühr. Während man bisher 15 USD/Jahr bezahlen musste, wird es ab dem 1. September deutlich teurer.

In Zukunft müssen Besucher des Parks täglich (!) eine Gebühr in Höhe von 200.000 IR (etwa 13 €) entrichten. Bei einem einwöchigem Aufenthalt wären dann schon 91 € Eintrittsgebühren fällig. Da fragt man sich, wohin das noch führen soll. Bisher hat sich die Nationalparkverwaltung von Bunaken nicht sonderlich um den Erhalt und Schutz der Riffe vor Bunaken verdient gemacht und steht unter Korruptionsverdacht. Da liegt die Vermutung nahe, dass sich hier einige Leute noch mehr bereichern wollen.

Tauchplakette lohnt sich für Raja Ampat

Tim-pengelola-logo2013 betrugen die Einnahmen aus dem Verkauf von Tauchplaketten in Raja Ampat 317 000 Euro. Davon fließen 30% an die Tourismusbehörde und werden u. a. für Werbemaßnahmen verwendet. Mit den restlichen 70 % werden Maßnahmen zum Schutz des Nationalparks, Entwicklungsprojekte in den Dörfern und administrative Kosten der Nationalparkverwaltung finanziert. Seit 2007 haben sich die Einnahmen verzehnfacht.

Besuchten 2007 noch 932 ausländische Besucher Raja Ampat waren es im vergangenen Jahr 8321 Besucher und die mir vorliegenden Zahlen für 2014 lassen einen erneuten Anstieg der Besucherzahlen um gut 20 % vermuten. Raja Ampat ist populär und der Tauchtourismus beschert der Region zusätzliche Einnahmen.

Anstieg der Gesamteinnahmen in Rupiah

Anstieg der Gesamteinnahmen in Rupiah

Man sollte diese Zahlen einmal der Regierung von Süd Halmahera vorlegen. Ich glaube nicht, dass die Einrichtung des Tauchmonopols für extra divers und Co. auch nur annähernd einen Betrag in dieser Höhe einbringt. Während man auf der Website diverajaampat.org im Detail nachlesen kann, wo das Geld der Tauchgäste bleibt, erfährt man aus Süd Halmahera nichts. Hier gibt es keinerlei Transparenz – nur ein generelles Tauchverbot mit den bekannten Ausnahmen. Das Ganze stinkt zum Himmel.

Die Regierung von Süd Halmahera wäre gut beraten, sich einmal über das Entrance Tag System in Raja Ampat zu informieren.

Das Imperium schlägt zurück - Teil 2

Gestern traf endlich die lang erwartete Stellungnahme von extra divers bei mir ein. Leider enthielt die Antwort nur ein anwaltliches Schreiben in dem mir gerichtliche Schritte angedroht werden, sollte ich meine Behauptung aufrecht erhalten, die Firma extra divers habe “Schmiermittel gezahlt … um die indonesische Regierung zu veranlassen (extra divers) bevorteilende Dekrete zu erlassen”.

 

Das Dekret der Regierung von Süd-Halmahera

Tatsächlich bin ich da über das Ziel hinaus geschossen. Es gibt bisher keine Belege dafür, dass geschmiert worden ist. Ich werde daher diesen Passus sofort aus meinem Beitrag entfernen und gehe davon aus, dass extra divers auf legalem Weg zu einem Dekret der Regierung von Süd Halmahera gekommen ist, das der Firma ein Tauchmonopol für den ganzen südlichen Teil von Halmahera einräumt – einer Fläche von etwa 9000 km², etwa doppelt so groß wie ganz Raja Ampat.
In diesem Gebiet sollen in Zukunft nur Gäste der Liburan und eines noch in der Planung befindlichen Resorts tauchen dürfen.

Interessant an der “Stellungnahme” von extra divers ist für mich allerdings, dass die zentralen, in meinem Beitrag genannten Punkte also offensichtlich zutreffen:

  • extra divers hat von der Regierung Süd-Halmahera ein Tauchmonopol gewährt bekommen.
  • Für alle anderen Tauchschiffe besteht ein Tauchverbot in diesem 9000 km² großen Gebiet.
  • extra divers ist an dem geplanten Resort in Süd-Halmahera beteiligt.

Meine grundsätzliche Kritik an diesem Monopol halte ich aufrecht. Sollte dieses Beispiel Schule machen, würde es bald keine Tauchschiffe mehr in Indonesien geben.

Ich hätte  nichts dagegen einzuwenden, wenn die Regierung von Süd Halmahera einen Meeresschutzpark einrichten würde, zu dessen Erhalt Tauchschiffe und Taucher einen Beitrag entrichten müssten. Das wäre für alle transparent und unter der Voraussetzung, dass die Eintrittsgebühren auch dem Schutz der Riffe dienen würden und nicht im Korruptionssumpf versickern würden, eine prima Sache. Ähnliche Modelle gibt es ja auch in anderen Gebieten Indonesiens und sie scheinen einigermaßen zu funktionieren.

Aber ich sagte ja bereits: In Süd-Halmahera ticken die Uhren anders.