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Treffen beim Minister wegen Süd Halmahera

Wie bereits in meinem letzten Beitrag angekündigt findet nun auf Betreiben von Jangkar (Jaringan Kapal Rekreasi = Vereinigung der Tauchschiffe in Indonesien) am 09. September ein Gespräch im indonesischen Tourismusministerium über das Tauchverbot in Süd Halmahera statt.

Neben Vertretern der Tauchschiffbetreiber nehmen die Chefs der Tourismusbehörde von Süd – und Nord Halmahera an der Besprechung teil.
Jetzt sind wir auf des Ergebnis gespannt.

Süd Halmahera: Es tut sich was

undercurrentNachdem das renommierte Online-Tauchmagazin undercurrent in der September-Ausgabe über das Tauchverbot in Süd Halmahera berichtet hat und der Artikel in diversen Tauchforen diskutiert wird, kommt tatsächlich Bewegung in die Sache. Aber der Reihe nach …

Maurine Shimlock, die zusammen mit Burt Jones einen Tauchführer über Raja Ampat (Jones, Burt; Shimlock, Maurine, Diving Indonesia’s Bird’s Head Seascape, Bali 2011) veröffentlicht hat und als Organisatorin von Tauchsafaris in Indonesien selbst vom Tauchverbot in Süd Halmahera betroffen war, schreibt:

“Wir mussten die Routen für einige unserer Safaris (wegen des Tauchverbots in Süd Halmahera) verändern. Fast alle unsere Gäste konnten die Gründe dafür nachvollziehen. Insgesamt gesehen, stellt dieses Verhalten aber ein schlechtes Vorbild für regionale Regierungen dar, wenn es um das Problem geht, Tourismus in Indonesien zu fördern. Das ist die Denkweise, die so lange verhindert hat, dass sich moderner, nachhaltiger Tourismus in Indonesien entwickeln konnte. Ich hatte eigentlich gedacht, dass das Land und seine Tourismus-Anbieter ihre Haltung mittlerweile geändert hätten und erkannt haben, dass persönliche Empfehlungen anderer Reisender die beste Form von Werbung für eine Region ist. Jedes neue Resort in Süd Halmahera sollte die Gäste aller vorbei fahrenden Tauchschiffe zu einem Besuch und einem Sunset-Cocktail auf der Terrasse einladen. Alle Tauchgäste würden von diesem Erlebnis weitererzählen und dieses Resort Tauchfreunden weiterempfehlen, die nicht so gerne auf Tauchschiffen unterwegs sind, aber immer nach neuen Tauchresorts mit guten Tauchplätzen suchen. Diese Leute werden nun nicht nach Süd Halmahera kommen, was erneut beweist, dass auch diejenigen, die glauben die Riffe monopolisieren zu können, am Ende auch nicht davon profitieren.”

Auch die Regierungen von Zentral – und Nord Halmahera sind offensichtlich über diese Diskussion ‘not amused’, denn welcher Europäer oder Amerikaner kennt schon Halmahera, geschweige denn kann zwischen den unterschiedlichen Regionen in Halmahera unterscheiden? Sie befürchten, dass Halmahera als Reiseziel insgesamt durch das Tauchverbot einen schlechten Ruf bekommt.
Deswegen hat sich auch Rob Sinke, vom Weda Resort in Zentral Halmahera bei mir gemeldet und noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Tauchverbot nur für den Süden gilt und vorbeifahrende Gäste im Weda Resort herzlich willkommen sind. Das kann ich bestätigen. Haben wir doch im Weda Resort während unserer Ost-Halmahera Safari mit der Amira Halt gemacht, um den Wallace Paradiesvogel zu sehen und um uns Rob’s Resort in der Weda Bucht anzusehen (14:41 – 17:05 im Video).

 

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass extra divers worldwide ein Interesse daran hat, im Kontext der Halmahera-Diskussion immer wieder eine schlechte Presse zu kriegen. Zumindest wäre jetzt der Moment gekommen, endlich einmal zu den Vorwürfen öffentlich Stellung zu nehmen und bei der Regierung von Süd Halmahera darauf zu drängen, dass das Dekret zurückgezogen wird.

Letzteres könnte sogar schon bald passieren. Auf Einladung des indonesischen Ministeriums für Tourismus soll am 8. September ein Treffen stattfinden an dem auch Vertreter der indonesischen Tauchschiffe teilnehmen werden. Es ist zu hoffen, dass bei dieser Gelegenheit auch das Thema Tauchverbot in Süd Halmahera auf den Tisch kommt und Jakarta ein Machtwort spricht.

 

South Halmahera Off Limits for Diving

South-Halmahera

No diving zone South-Halmahera

While sailing along the south-western coast of Halmahera with the Indonesian live aboard Tambora last May, the Cruise Director manager of the ship was confronted with a letter of the Regency of South Halmahera. The government paper declaring the “whole of South Halmahera region off limits for diving“.

The area is huge and comprises nearly 9000 km² of sea and small islands. Though there has been intensive dynamite fishing taken place in the past, this vast area still boasts of high biodiversity and there are many amazing dive sites with plenty of marinelife, which are worth a dive.

To ban liveaboards from diving an entire region is something new in Indonesia. We are not talking against a ban to dive the house reef of a resort, which might be understandable. No, we are talking of an area about double the size of Raja Ampat! If other regions in Indonesia would copy this precedent, it would mean the end of live aboard diving in this country.

 

The letter of the regency of South Halmahera

Off Limits for Diving in South Halmahera

Interestingly, the governments document – dating June 4, 2014 – mentions two exceptions from the “no diving“ ban:

The first one is the the diving vessel Liburan, owned by extra divers worldwide, a German dive agency. The second exeption being the Halmahera Resort, a diving resort still in the project stage. According to rumours a joint project of Rudi Ring, the former owner of Liburan, extra divers and a yet unknown Indonesian investor with the aim to build a new dive resort on Bacan island in the south of Halmahera.

The Liburan has been around in the area for quite a time. Rudi Ring, the former owner has established good relations with the local government and always promoted his trips by stating that the Liburan is the only live aboard in the area having a permission of the sultan of South Halmahera to dive the area. This sultan´s letter never had the legal power to completely prevent other live aboards to enter the area but it nevertheless caused some trouble. Some ships were forcibly thrown out of the area. In 2013 the live aboard Amira was stopped in the harbor of Labuha on Bacan island by government officials and the police. They threatened to confiscate the ship and only after long talks and delay the Amira and guests were allowed to leave the area.

The new letter of the South Halamahera Regency however is of a different quality. Here – for the first time – a regional government acts like the colonial powers did 400 years ago. They try to build a diving monopoly preventing all other competitors from entering this market. In colonial times these monopolies were defended by canons and gunboats. Nowadays it is not much different in South Halmahera !! There are no more canons, but there are armed policemen and government officials threatening with the confiscation of ships.

Extra divers reacted quite nervously after being asked for a comment. The German agency only reacted with a lawyer`s letter threatening with a lawsuit in case I continue to convey the impression they bribed the regional government to get the letter.