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Wakatobi Dive Ressort

Möglicherweise das beste Hausriff der Welt

Das Wakatobi Dive Resort liegt in Indonesien im äußersten Südosten Sulawesis, im Tukang Besi Archipel. Jacques Cousteau, der in den 80iger Jahren dieses Gebiet erforscht hat, hat es damals als das " vermutlich beste Tauchgebiet der Welt" bezeichnet. Wir haben diese Region mehrfach besucht. Zuerst im Sommer 2000 das Wakatobi Dive Resort, danach aber wegen der lokalen Beschränktheit des Tauchens im Resort nur noch mit dem Liveaboard und zwar im April und Juli/August 2001, im April 2002 und schließlich im April 2003 an Bord der Ciska.

Die Anreise in dieses abgelegene und von Touristen sehr selten besuchte Archipel ist noch immer schwierig und zeitaufwändig. Bis zum Bau der Landepiste im Jahr 2001 führte der Weg zum Resort über Makassar und Kendari im Südosten der Insel und weiter mit der Ciska nach Tolondano, einer kleinen Nachbarinsel von Tomia, wo sich das Wakatobi Dive Ressort befindet. Die Fahrten der wenigen Liveaboards in dieser Region beginnen auch heute noch in Kendari oder Bira.

Eine alternative Route führt über Bau Bau auf Buton mit lokalen Fähren ins Tukang Besi Archipel. Dieser Weg sollte aber nur von Reisenden mit sehr viel Zeit, ausreichender Indonesienerfahrung und Kenntnissen in Bahasa Indonesia gewählt werden.

Eröffnung des Flughafens

Seit dem 10. Juli 2001 ist die Anreise zum Resort viel einfacher geworden. Die vom Wakatobi Dive Ressort gebaute Landepiste ist jetzt soweit hergerichtet, dass Propellermaschinen von Denpasar dort landen können. Wir waren genau nach einem Jahr wieder in Wakatobi und konnten bei der Eröffnung des Flughafens dabei sein. Mehr als 5000 Menschen feierten die erste Landung eines Flugzeuges auf Tolendano. Viele von ihnen hatten wahrscheinlich vorher noch nie ein Flugzeug gesehen.

Begeisterte Zuschauer an der Landepiste

Das Ressort besteht aus einem Langhaus mit Gemeinschaftseinrichtungen und geräumigen, komfortabel eingerichteten Bungalows für die Gäste. Mittlerweile (2001) hat man die Schallschutzmauer zum Generator der Basis verstärkt und erhöht, so dass Störungen durch das Motorgeräusch nicht mehr zu befürchten sind.

Links die Bungalows, rechts das Langhaus

 

Das Tauchen

Die Basis verfügt über eine geringe Zahl gut gepflegter Leihausrüstungen. Es empfiehlt sich aber sein eigenes Material mitzubringen. Strom ist vorhanden, so dass Unterwasserlampen und Blitzgeräte aufgeladen werden können.

Die Wassertemperatur schwankt in Wakatobi beträchtlich. Sie beträgt von Juni bis Ende August während des Südostmonsuns gerade mal 25° C (manchmal auch weniger) und man ist gut beraten, in dieser Periode mit einem 5-mm Anzug nach Wakatobi zu reisen. Später im Jahr erreichen die Temperaturen dann bis zu 29° C. Es empfiehlt sich, die Konditionen rechtzeitig vorab zu erfragen.

Die Sichtverhältnisse liegen im Juli bei 20 m und sollen dann später unglaubliche 50 m erreichen. Als beste Reisezeit werden März bis Ende Mai und September bis Ende November empfohlen. Die meisten Fische sieht man in der Zeit von Juni bis August. Im Januar/Februar bläst der Monsun direkt auf die Basis und es kann ungemütlich werden.

Auf dem geräumigen Tauchboot ist Sauerstoff vorhanden und die Tauchplätze werden mit großer Präzision angefahren. Zerstörungen des Riffs durch unkontrolliertes Ankern werden vermieden.

Das Tauchboot

Überhaupt gelten sehr strenge Umweltstandards in Wakatobi. Grundsätzlich darf nichts angefasst werden und das Tragen von Handschuhen ist ausdrücklich nicht erwünscht. Weniger gut austarierte Unterwasserfotografen sollten daher ihre Ausrüstung besser zu Hause lassen. Täglich werden mit dem Boot zwei Tauchplätze angefahren. Darüber hinaus kann am Hausriff unbegrenzt getaucht werden.
Im Sommer (2001) wurde mit dem Setzen von Bojen begonnen. Mit Hilfe dieser festen Ankerplätze soll verhindert werden, dass vor Tolendano ankernde Schoner mit ihren schweren Ankern die Korallenriffe zerstören.

Verankerung der Bojen in 40 m Tiefe

 

Nachtrag (2005): Bis heute hat es das Wakatobi Dive Resort nicht geschafft, die 2001 vollmundig angekündigte Bojen-Aktion durchzuführen. Die Folgen sind nicht zu übersehen:
Insbesondere die einst viel gepriesenen Tauchplätze Mari Mabuk und Roma haben unter dem unkontrollierten Ankern indonesischer Lastensegler sehr gelitten. Bei unseren letzten Tauchgängen waren erhebliche Schäden feststellbar. Auffällig war auch, dass Gorgonien abgestorben waren. Sind dies möglicherweise Folgen der Unterwasserfotografie? Es wäre interessant herauszufinden, welche Auswirkungen das häufige Fotografieren der Zwergseepferdchen mit starken Blitzgeräten auf das Wachstum der Fächerkorallen haben.


Wakatobi zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus. Allerdings gibt es in Indonesien Regionen mit einer höheren Biodiversität. Manado und Lembeh, Komodo, Alor und Flores bieten für den ambitionierten Unterwasserfotografen und -filmer deutlich mehr als Wakatobi.

Einige Mankos:

Vom Wakatobi Dive Resort aus sind nur Tauchplätze in der näheren Umgebung erreichbar. Die Wände von Hoga oder die fast unberührten östlichen Atolle des Tukang Besi Archipels, auf die sich Jacques Cousteaus Bemerkung vom besten Tauchgebiet der Welt eigentlich bezog, lassen sich nur mit dem Liveaboard erreichen. (Vgl. dazu mein Reisebericht Mit der Ciska zu Jacques Cousteaus Basecamp)

Mit Großfischen ist kaum zu rechnen. Die Region wurde in den vergangenen zehn Jahren rücksichtslos leer gefischt, so dass es vermutlich Jahrzehnte dauern wird, bis sich der Bestand an Großfischen wieder normalisiert haben wird. Während der 14 Tage in Wakatobi sahen wir nur einen Schwarzspitzenhai. Die größten Fische waren Adlerrochen, von denen wir allerdings mehrfach im Formationsflug beglückt wurden.

Der Preis: Mit 300 US$ pro Tag (inkl. des Fluges Denpasar - Wakatobi) ist ein Tauchurlaub im Wakatobi Dive Resort ein teures Vergnügen. Da ist eine Tauchkreuzfahrt mit der Mona Lisa in dieser Region für erheblich weniger Geld zu haben. Wer es noch billiger haben möchte, kann sich mit lokalen Fähren zur Insel Hoga durchschlagen und dort tauchen.

Tauchplätze

Hausriff

Das Hausriff direkt vor dem Ressort dürfte eines der besten weltweit sein. Es handelt sich um eine dicht mit Korallen bewachsene Wand, die nur 20 m von der Basis entfernt beginnt und immer wieder neue Entdeckungen ermöglicht. Es ist ein idealer Platz für Nachttauchgänge oder einen der vielen Nachmittagstauchgänge. Die Biodiversität ist in diesem Bereich sehr hoch. Wir sahen zwei verschiedene Arten von Pigmy Seahorses (rote und gelbe Variante), diverse Nacktschnecken, Schaukelfische, Froschfische und vieles mehr.

Onemoba´a Cavern

liegt am nördlichen Ende des Hausriffs. Hier liegt in 22 m Tiefe eine große Höhle mit interessantem Bewuchs, einem beeindruckenden Froschfisch und vielen verschiedenen Shrimps.

Turkey Beach

liegt im Südosten von Tolondano und ist ein steiler Hang mit vielen Fischen, großen, farbenprächtigen Schwämmen und Überhängen. Hier kann man Schildkröten und in größerer Tiefe auch Haie treffen.

Roma

ist ein schönes, abwechslungsreiches Riff in 20 bis 30 m Tiefe. Beeindruckend ist die Rose: eine Formation von Trichterkorallen, die so gruppiert sind, dass sie eine riesige Blüte zu bilden scheinen. (Achtung: Vgl. Nachtrag 2005)

Mari Mabuk

heißt lasst uns betrunken werden und ist einer der besten Tauchplätze in Wakatobi. Der Tauchplatz bietet eine unglaubliche Formen- und Farbenvielfalt und ist ein sehr guter Platz, um gleich an mehreren Gorgonien Seepferdchen zu bewundern. (Achtung: vgl. Nachtrag 2005)

The Blade

ist zweifellos der tollste Tauchgang. Wie der Name schon andeutet handelt es sich um einen Unterwasserkamm, dem man vom Ankerplatz aus folgt. An beiden Seiten des Kammes, der an der Oberkannte nur wenige Meter breit ist, fällt das Riff fast senkrecht in die Tiefe. An einigen Stellen findet man den Wakatobi Gobi, eine bisher unbekannte Gobi Art, die man offensichtlich nur in dieser Region findet.

Weitere empfehlenswerte Tauchplätze sind

Spiral Corner, Black Coral, Table Coral City, Lorenzo´s Delight und sicherlich in Zukunft noch viele andere mehr, da immer wieder neue und interessante Tauchplätze entdeckt werden.

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