Lembeh-Strait und Sangihe-Inseln mit der Sayang Sayang (1999)
Raja Ampat & Seramsee Exploration 2012
Raja
Ampat: Video- und Foto-Tauchsafaris
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Lembeh-Strait und Sangihe-Inseln mit der Sayang Sayang
(1999)
Vor einigen Jahren gab es eine preislich günstige Alternative zu den
teuren Liveaboards, die in Indonesien von Manado aus die Inseln des Sangihe-
und Talaud-Archipels im Norden von Sulawesi befahren.
Für 75 US$ pro Tag bot die Sayang-Sayang zwar nur geringen
Komfort - aber zu konkurrenzlos günstigen Preisen. Für die anderen Boote
muss man mehr als das Doppelte hinblättern.
Wir nahmen im April 1999 an einer der fünftägigen Fahrten teil. Wegen
schlechter Wetterverhältnisse im Norden tauchten wir zuerst zwei Tage
in der Lembeh-Strait. Trotz bekanntermaßen schlechter Sicht boten die
Tauchgänge interessante Begegnungen mit Krötenfischen, Fetzenfischen,
Wackelfischen, kleinen Seepferdchen und anderen Meerestieren, die man
nur selten zu sehen bekommt. Erfreulicherweise hatten wir zu diesem Zeitpunkt
noch einen kompetenten Führer, der früher im luxuriösen und entsprechend
teuren Kungkungan-Resort gearbeitet hatte.
Die Fortsetzung der Reise lief wegen dilettantischer Planungen
und Schlampereien des Eigners, der wider Erwarten selbst gar nicht an
der Tour teilnahm, nicht ganz so erfreulich ab. Konnte man die relativ
knapp bemessenen Mahlzeiten noch verschmerzen, so wurde bei den folgenden
Tauchgängen doch deutlich, dass unsere Tauchbegleiter die Tauchplätze
nicht gut kannten. Von den 12 Tauchgängen - davon immerhin 5 in der Lembeh-Strait
- waren zwar einige recht schön und empfehlenswert (z.B. vor Pulau Bangka
und Pulau Ruang und mit Einschränkungen auch der Unterwasservulkan vor
Pulau Mahengetang), trotzdem hätte mit kompetenterer Führung mehr herausgeholt
werden können.
Immerhin hatten wir die Möglichkeit, eine noch immer intakte Unterwasserwelt
zu erleben. Sowohl der Bestand an Hart- als auch Weichkorallen wirkte
gesund und wies nur geringe Schäden auf. Vom Korallensterben wie auf den
Malediven war wenig zu sehen.
Auffällig war allerdings das Fehlen von Großfischen. Außer einem Grauen
Riffhai vor Pulau Bangka sahen wir z. B. während des gesamten Tauchtörns
keine Haie. Kleine bis mittelgroße Napoleonfische begleiteten uns relativ
häufig und bei einem Tauchgang vor Pulau Ruang sahen wir einige größere
Thunfische.
Wir haben die Fahrt mit der Sayang-Sayang nicht bereut. Die Crew
war freundlich und hilfsbereit. Unterwegs können einige Landgänge gemacht
werden, so dass Langeweile nicht aufkommt. Ein taucherisches Highlight
war die Tour allerdings nicht. Trotzdem hat die Region ein großes taucherisches
Potential. Ich könnte mir vorstellen, dass zu anderen Zeiten mit anderen
Strömungsverhältnissen spannende und ereignisreiche Tauchgänge in diesem
Gebiet möglich sind. Zumindest berichtet Kal Muller in seinem Buch "Underwater
Indonesia" davon.

Nachdem das Boot im Sommer 1999 kenterte, ist das Thema Low-Budget-Liveaboard
in Nord-Sulawesi erst einmal vom Tisch.
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