Tauchen auf den Molukken |
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Tauchen auf den MolukkenAllgemeinesDie Inselkette der Molukken liegt in der östlichen Hälfte Indonesiens zwischen Sulawesi und West Papua. Zu den nördlichen Molukken (Maluku Utara) gehört die Insel Halmahera mit den beiden Inseln Ternate und Tidore im Westen. Im Zentrum der Inselkette liegt die Insel Seram und das kleinere Ambon, der Hauptstadt der Molukken. Im Südosten schließen sich die Banda-Inseln und die abgelegenen Kai-und Aru-Inseln an und im Süden liegen weitere kleine Inseln zwischen Wetar und Tanimbar.
1512 errichteten die Portugiesen erste Niederlassungen auf den Molukken,
um den Gewürzhandel zu kontrollieren. 1663 wurden sie von den Niederländern
verdrängt, die seit dieser Zeit den extrem gewinnträchtigen Handel mit
Nelken und Muskatnuss kontrollierten. Ende des 18. Jh. gelang
es auch den Briten sich zeitweise auf den Molukken festzusetzen. Sie
nutzten diese Zeit, um Nelken- und Muskatnussbäume in andere Gebiete
des Empire zu verpflanzen. Damit wurde das niederländische Handelsmonopol
nachhaltig zerstört. Die Molukken werden nur von wenigen Touristen besucht. Das liegt zum einen an der fehlenden touristischen Infrastruktur, zum anderen aber auch an den klimatischen Bedingungen. In der Hauptreisezeit von Juni bis September ist Regenzeit auf den Molukken, während der Rest Indonesiens sich gerade in der Trockenzeit befindet. Man sollte daher einen Besuch der Molukken im europäischen Sommer eher vermeiden. Allerdings gibt es auch hier wieder regionale Abweichungen. So kann man durchaus auch im Sommer vor der Westküste Halmaheras oder im Norden von Seram tauchen. Dort ist es im Windschatten der großen Inseln auch im Juli/August wieder trocken. Ambon ist für indonesische Verhältnisse gut erreichbar. Es gibt tägliche
Direktflüge von Jakarta. Wer von anderen Flughäfen in Indonesien nach
Ambon möchte, muss in der Regel über Makassar (Ujung Pandang) fliegen.
Von dort gibt es täglich mehrere Flüge nach Ambon.
Tauchen in AmbonCamouflage - Hide and Seek in Ambon from Michael Bode on Vimeo. Ambon ist nicht nur das Drehkreuz für jeden Besuch der Molukken, sondern auch aus taucherischer Sicht eines der interessantesten Ziele in Indonesien. Hier gibt es auch die einzigen landbasierten Tauchmöglichkeiten auf den Molukken. Alle anderen Tauchziele der Region - wie etwa die Banda-Inseln, Seram oder Halmahera - lassen sich nur mit Tauchschiffen erreichen; aber auch die fahren in ihrer Mehrzahl von Ambon ab. Blättert man in den einschlägigen Fisch-Bestimmungsbüchern,
findet man immer wieder Hinweise auf den Fundort Ambon, und einige Fischarten
wie der Ambon-Skorpionfisch, der Ambon-Fahnenbarsch oder der Ambon-Kofferfisch
wurden sogar nach ihrem Fundort benannt. Die interessantesten Critter-Tauchplätze in Ambon befinden sich am nördlichen Ufer der riesigen, etwa 600 m tiefen Ambon-Bucht. Die UW-Topographie der Tauchplätze ist gekennzeichnet durch einen Wechsel von sandigen Flächen, Geröllfeldern und Senken, in denen vereinzelte Korallenblöcke zu finden sind. Nur wenige Tauchplätze (Batu Berdiri) fallen durch schöne Korallen auf. Meist besteht der Bewuchs, der leicht bis steil abfallenden Hänge aus Weichkorallen und verschiedenen Algenarten. Richtiges Muck-Feeling stellt sich beim Tauchen im Hafen von Laha (Laha I) ein. Hier kann man zwischen Autoreifen, Metallschrott und Gummilatschen auf Entdeckungstour gehen.
Die abgebildete Karte der Tauchplätze stellt in erster Linie die Critter-Tauchplätze in der Ambon-Bucht dar. Weitere schöne Tauchplätze mit Korallen und Steilwänden findet man im Süden und im Westen (Pulau Tiga) der Insel. Für eingefleischte Critter-Experten sind diese Tauchplätze allerdings weniger interessant. Es gibt in Indonesien zweifellos bessere mit Korallen bewachsene Tauchplätze an Außenriffen, als Ambon zu bieten hat. Unsere Drift-Tauchgänge vor den Pulau Tiga (Drei Inseln) waren zwar nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass wir uns gewünscht hätten ein weiteres Mal dorthin zu fahren. Herausragend sind allerdings die Critter-Tauchplätze, besonders am Nordufer der Ambon-Bucht. Hier findet man alles, was Lembeh zu bieten hat, allerdings mit weit besserer Sicht (20 m) und da der schwarze Sand fehlt, sind alle Tauchplätze auch deutlich heller als in Lembeh. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in der Regel alleine ist. Mit den Maluku Divers gibt es nur eine einzige Tauchbasis in unmittelbarer Nähe der Critter-Tauchplätze, die regelmäßig mit einem ihrer drei Tauchboote diese Orte anfährt. Eine weitere, indonesisch geführte Tauchbasis an der Südküste, Blue Rose, liegt zu weit weg und fährt vorwiegend die Tauchplätze im Süden von Ambon an. Während unseres 11 tägigen Aufenthaltes in Ambon sahen wir nicht ein einziges Tauchboot dieses Resorts. Allerdings kamen frustrierte Gäste der Basis zu den Maluku Divers, weil man im Blue Rose Resort nicht in der Lage oder Willens war, Tauchgänge zu organisieren. Im Grunde bietet Ambon alles, was auf der üblichen Wunschliste
von Critter-Liebhabern steht. Bis auf die Blauringkrake (Blue Ring
Octopus)
bekamen wir alles vor die Linse, was das Herz von UW-Fotografen und-Filmern
höher schlagen lässt. Fast bei jedem Tauchgang gab es Seepferdchen
( H. kuda und H. histrix) und verschiedene Anglerfische zu sehen -
natürlich auch die neue, psychedelische Art. Geisterpfeifenfische
findet man
an mehreren
Tauchplätzen
und an zwei Plätzen findet man auch zwei verschiedene Arten von
Rhinopias (R. frondosa und R. eschmeyri). Die Vertreter der Familie
der Skorpionfische
ist auf Ambon fast vollständig vertreten. Auffälligste Vertreter
sind die häufig vorkommenden Teufelsfische (Inimicus didactylus).
Besonders im Hafen von Laha wimmelt es nur von Steinfischen. Hier muss
man zweimal hinschauen, bevor man sich irgendwo festhält. Direkt
unter den Fischerbooten im Hafen kann man auch tagsüber Mandarinfische
beobachten. Bei einem Besuch der Ambon-Bucht sollte man die Mondphasen im Auge haben: Während in der Zeit zwischen Vollmond und Neumond in der Bucht kaum nennenswerte Strömungen auftreten und die Sicht um 20 m schwankt, kann in den Tagen um Vollmond und Neumond die Strömung in der Bucht unangenehm stark werden und sich die Sicht drastisch verschlechtern. Auch die standorttreuen Tiere suchen dann Schutz und sind bei den Tauchgängen nicht mehr zu finden.
Tauchbasen auf AmbonMaluku DiversDas Angebot an Tauchbasen auf Ambon ist übersichtlich. Die Critter-Tauchplätze in der Ambon-Bucht werden nur von zwei Basen besucht. Die längste Erfahrung mit Tauchen in Ambon haben die Maluku Divers, die seit dem vergangenen Jahr (2009) ihr Resort von der Südküste in die direkte Nachbarschaft der Critter-Tauchplätze verlegt haben und das obere Preissegment bedienen. Das neue Resort ist nur knapp 10 Minuten vom Flughafen Ambon entfernt
und bietet in der aktuellen Ausbaustufe in 10 geräumigen Bungalows
Platz für maximal 20 Gäste, die für Tauchausfahrten
auf die drei Tauchboote verteilt werden. Alle Critter-Tauchplätze
in der Bucht sind so in 5 bis maximal 15 Minuten erreichbar. Die Tauchbasis
selbst ist großzügig
eingerichtet. Große Becken zum Wässern der UW-Fotoausrüstung
sind vorhanden und ein klimatisierter, gut beleuchteter Kameraraum
mit Lademöglichkeiten
steht den Gästen zur Verfügung. Auch in den Bungalows ist
ein Tisch für die UW-Fotoausrüstung vorgesehen, allerdings
ist dieser Bereich zu schlecht beleuchtet. NITROX soll ab Oktober 2010
angeboten werden. Das Essen im Resort ist sehr abwechslungsreich. Im Moment arbeitet in der Küche ein balinesisches Team, das Erfahrungen auch aus internationalen Hotels mitgebracht hat und in der Lage ist, die Gäste mit gut gemachten Gerichten zu verwöhnen. Insgesamt macht das Resort noch einen unfertigen Eindruck: An den Außenanlagen wird noch gearbeitet. Die Bepflanzung ist noch recht kümmerlich und wartet noch auf die nächste Regenzeit, um sich richtig entwickeln zu können. Die klimatisierten Bungalows wirken von innen sehr dunkel und sind nur mit einem grauen Betonfußboden ausgestattet, der schon Risse aufweist. Die weißen Fliesen sollen im Laufe des Jahres noch gelegt werden. Die Betten sind riesig und bequem.
Blue Rose DiversDas untere Preissegment auf Ambon bedienen die indonesisch geführten Blue Rose Divers am Santai Beach an der Südküste von Ambon. Die Basis liegt in unmittelbarer Nähe der Tauchplätze im Süden mit schönen Korallenriffen. Es werden aber auch die Tauchplätze in der Ambon-Bucht angefahren. Bei unserem Besuch in Ambon im April 2010 schien die Basis allerdings nicht auf Taucher eingestellt zu sein. Das Personal war nicht in der Lage Auskünfte zu erteilen und von einem Tauchguide war weit und breit nichts zu sehen. Man kann also offensichtlich nicht immer billig bei den Blue Rose Divers tauchen. Manchmal geht es scheinbar auch gar nicht. Für Leute mit viel Zeit und wenig Geld könnte die Basis aber durchaus eine Alternative zum sehr teuren Maluku Divers Resort sein. Cape PaperuGibt man in einem Browser die Adresse www.malukudivers.com oder
www.maluku-divers.com ein, landet man überraschenderweise
nicht bei den Maluku Divers in Ambon,
sondern auf der Seite des Cape
Paperu Resorts auf der Insel Saparua.
Geschickterweise hat Paperu den Maluku Divers diese Domains vor
der Nase weggeschnappt und lenkt auf diese Weise viele Taucher,
die möglicherweise in der Ambon-Bucht tauchen wollten, auf
die eigene Website. Von Paperu sind schöne Korallenriffe und vor Nusa Laut noch weiter im Süden auch Großfische und Fischschwärme in Reichweite. Tauchen auf HalmaheraSeit Ende 2010 gibt es auch ein neues Resort in den nördlichen Molukken. Es heißt Weda Resort und liegt an der Ostküste von Halmahera. Rob Sinke, Tauchveteran und Chef der Divers Lodge Lembeh, wollte wohl wieder mal ein neues Projekt starten und ist nun dabei das neue Resort aufzubauen. Im Moment (2010) sind zwei einfache Bungalows direkt am Strand fertig und bis zum nächsten Jahr sollen 3 weitere Bungalows fertig gestellt sein. Geplant ist eine Anlage mit 7 Hütten - also eine ähnliche Größe wie die Divers Lodge Lembeh. Die Tauchboote sind ähnlich konstruiert wie die bewährten Boote des Resorts in Lembeh. Sie sind mit vier 30PS Motoren und Toiletten ausgestattet. Auch bei den Tauchguides wird man davon ausgehen können, gut geschulte Guides aus Lembeh mit an Bord zu haben. Genaueres über das Tauchen in Halmahera ist auf der noch unfertigen Website des Resorts nicht zu erfahren. Da aber ein Profi wie Rob Sinke diesen Platz für sein neues Resort auserkoren hat, spricht vieles dafür, dass auch anspruchsvolle Taucher im neuen Weda Resort auf ihre Kosten kommen werden. Die Sommermonate (Juli/August) eignen sich wegen des dann vorherrschenden Südwindes weniger gut für einen Tauchaufenthalt im Weda Resort. Billig ist der Spaß nicht: Der Aufenthalt kostet pro Tag 150 € (Verpflegung, Unterkunft, 3 Bootstauchgänge + nonlimit Tauchen am Hausriff) und für den Transfer von Manado nach Halmehara werden weitere 250 € fällig. Tauchschiffe
Neben den oben beschriebenen, landbasierten Tauchmöglichkeiten gibt es noch einige Tauchschiffe, die in unregelmäßigen Abständen Tauchziele vor den Molukken ansteuern. Meist erfolgt das im April oder Oktober, wenn die im Raja Ampat Gebiet verkehrenden Schiffe zum Sommer hin in Richtung Komodo bzw. im Herbst von Komodo nach Raja Ampat verlagert werden.
Meist werden dann längere Überführungstörns über die Banda Inseln und Ambon angeboten. Einige wenige Schiffe bleiben auch im Sommer in der Region. Sie fahren dann Tauchziele vor der Nordküste von Seram oder im Süden und Westen von Halmahera an. Es muss hier ganz ausgezeichnete und fischreiche Tauchplätze geben. Wer Interesse an einer solchen Tauchsafari hat, sollte sich folgende Schiffe und deren Fahrpläne einmal näher anschauen:
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