Tauchen auf Maratua
Nabucco Island Resort
Anreise
Nach Maratua in Indonesien kommt man auf dem selben Weg
wie nach Derawan. Nach der Ankunft
in Berau (Tanjung Redep) erfolgt der ca. vierstündige Bootstransfer
nach Nabucco Island
in der großen Lagune von Pulau Maratua. Maratua selbst ist ein mehrere
Kilometer langes Atoll, dessen nördlicher Rand steil aus dem Wasser
ragt und besiedelt ist. Die südliche Hälfte liegt unter der
Wasserspiegel. An der Riffkante fällt der Meeresboden steil auf bis
zu 2000 m ab. Die westlichen Nachbarinseln Kakaban und Sangalaki, können
nach etwa ein- bzw. anderthalbstündiger Fahrt erreicht werden.

Das Resort
Extradivers haben auf Nabucco Island ein exklusives Resort errichtet.
Ganz offensichtlich versucht man, sich an Malediven-Standards zu orientieren.
Auf der nur 20 000 m² großen Insel befinden sich acht geräumige
und komfortable Doppelbungalows in landesüblicher Bauweise - die
meisten mit Blick auf das Meer. Ökologische Standards wurden vorbildlich
beachtet: Es gibt eine umweltverträgliche Abwasserentsorgung - im
Gegensatz zu Derawan, wo das Grundwasser mittlerweile so belastet ist,
dass es für den menschlichen Verzehr eigentlich nicht mehr geeignet
ist - und Trinkwasser wird über eine spezielle Aufbereitungsanlage
aus Regenwasser gewonnen.

Man kann Nabucco nur mit Halbension buchen. Angeboten werden ein üppiges
Frühstück und an fünfgängiges Abendessen. Mittagessen
und sämtliche Getränke (auch Trinkwasser, Tee und Kaffee) müssen
zusätzlich im Restaurant gekauft werden. Auch bei diesen Preisen
orientiert man sich an Malediven-Standards. Man muss also für den
ohnehin nicht billigen Tauchurlaub auf Nabucco Island noch weitere, nicht
unerhebliche Kosten für Verpflegung und vor allem Getränke mit
einkalkulieren! Warum man nicht einfach einen Gang des viel zu üppigen
Abendessens weglässt und dafür ein einfaches Mittagessen anbietet
ist uns ein Rätsel geblieben. Oder hängt es etwa mit der Möglichkeit
zusammen, den Gästen auf diese Art und Weise noch ein paar Dollar
mehr aus der Tasche zu ziehen?
Das Tauchen
Die Tauchbasis auf Nabucco Island ist modern ausgestattet, das Leihmaterial
ist gepflegt und in sehr gutem Zustand. Die Basis verfügt über
mehrere Speedboote, die die Tauchplätze vor Maratua in wenigen Minuten
erreichen können. Kakaban und Sangalaki sind in einer bis anderthalb
Stunden (je nach Wetterlage) erreichbar. Die einheimischen Tauchguides
kennen die Tauchplätze sehr gut. Wir hatten allerdings Pech mit unserem
Guide, der völlig unmotiviert war und eigentlich immer erst nach
exakt einer Stunde aktiv wurde, um das Zeichen zum Auftauchen zu geben.
Tauchplätze
Auch dieses Mal stellten die Tauchgänge vor Kakaban und Sangalaki
wieder echte Höhepunkte unseres Tauchtrips dar. Besonders vor Sangalaki
hatten wir das Glück mit mehr als 20 garagentorgroßen Mantas
zu schnorcheln. Da wir die Tauchplätze vor Kakaban und Sangalaki
von unserem Aufenthalt in Derawan aber schon kannten waren wir natürlich
besonders auf die Plätze vor Maratua gespannt.
Big fish country
Dieser Tauchplatz liegt nur 10 Bootsminuten von Nabucco Island am Eingang
des größten Kanals, über den der größte Teil
des Wasseraustauschs mit der Lagune und dem offenen Meer erfolgt. Der
Kanal selbst ist leergefegt von den enormen Strömungen, die hier
herrschen, und lediglich an den Rändern befindet sich schöner
Korallenbewuchs. Der Tauchgang beginnt in der Regel an der Außenriffkante
und folgt der immer stärker werdenden Strömung bis zum Kanaleingang.
Dort wird in etwa 27 m Tiefe an der Riffkante in z.T. extremer Strömung
eine Pause eingelegt, um die Schau zu bewundern, die sich hier abspielt.
Regelmäßig patrollieren hier große Graue Riffhaie sowie
Weißspitzen und Schwarzspitzen Riffhaie. Bei einem Tauchgang sehen
wir sogar einen großen ozeanischen Hammerhai an diesem Tauchplatz.
Etwas weiter an der Riffkante entlang trifft man auf zwei große,
fast stationäre Barrakuda-Schwärme. Man kommt bis auf Armlänge
an die Tiere heran. Der Tauchgang folgt nun dem Kanal mit der Strömung
ins Innere der Lagune, falls der Diveguide nicht vorher nach exakt 60
Minuten den Tauchgang abbricht.

Die anderen Tauchplätze vor Maratua befinden sich ebenfalls an der
Nordostseite des Atolls. Bei sämtlichen Tauchgängen sahen wir
Schildkröten, zum Teil große Napoleons, Stachel- und Adlerrochen,
verschiedene Riffhaie und vereinzelt auch Leopardenhaie. Meistens handelt
es sich um steile Hänge mit vereinzelten Sandflächen, wo man
mit Glück Stachelrochen oder Weißspitzen Riffhaie beobachten
kann.
Der Korallenbewuchs und die Artenvielfalt
bietet nichts Spektakuläres. Es gibt zweifellos in Indonesien Gebiete,
die in dieser Hinsicht erheblich mehr zu bieten haben. Einige Tauchgänge
waren schlichtweg langweilig, weil weder von den zu beobachtenden Fischen
noch vom Korallenbewuchs her Neues und Interessantes zu beobachten war.
Mit Big Fish Country und den Tauchplätzen vor Sangalaki und Kakaban
verfügt das Nabucco Island Resort über einige taucherische Highlights
im Angebot. Der Rest ist allerdings nur Durchschnittskost. Wer ein komfortables
Resort in Indonesien sucht, um sich zu erholen und dabei auch noch zu
tauchen, und wer schon immer mal die Mantas vor Sangalaki sehen wollte,
ist im Nabucco Island Resort gut aufgehoben.
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