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Tauchen in der Lembeh-Straße und den Sangihe Inseln

Einleitung

Die Lembeh-Straße

Bangka

Das Sangihe-Archipel

Fazit und weitere Tipps

Indonesienkarte

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Tauchen in Bali

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Lembeh-Straße und Sangihe Inseln

Im April 2005 ergab sich die Gelegenheit an Bord der Ciska in Indonesien die Tauchgebiete in der Lembeh-Straße und der Sangihe Inseln im Norden von Manado zu erforschen. Die Lembeh-Straße liegt zwischen der Manado gegenüber liegenden Seite von Sulawesi und er Insel Lembeh. Man erreicht Bitung, den Seehafen von Manado, nach knapp 90minütiger Fahrt und kann im Hafen das wartende Safari-Boot besteigen. Die meisten Touren mit dem Ziel Sangihe Inseln beginnen und enden hier. Da ich eine ähnliche Tour schon einmal vor 6 Jahren gemacht hatte, ergab sich die Gelegenheit, Vergleiche anzustellen.

Die Lembeh-Straße

Ein Ergebnis vorweg: Trotz des erheblich gestiegenen Schiffsverkehrs und des Ausbaus des Hafens von Bitung zu einem Container-Terminal lohnt sich das Tauchen in der Lembeh-Straße noch immer. Allerdings ist in der Zukunft eher mit einer Verschlechterung der Wasserqualität in dieser relativ flachen Meeresstraße zu rechnen.

Die Sicht ist in der Lembeh-Straße immer etwas schlechter als anderswo, was durch den schwarzen, vulkanischen Sand an den meisten Tauchplätzen noch verstärkt wird. Bei relativ ordentlicher Sicht (15 m) aber unangenehm niedrigen Wassertemperaturen (<26°C) konnten wir nach allen Tauchgängen mit interessanten Entdeckungen auftauchen.

Nacktkiemenschnecken gab es in großen Mengen zu sehen, daneben aber auch Geistermuränen, Zwerg-Seepferdchen, Dragonets, Schlangenaale und natürlich Anglerfische in allen Variationen inklusive der haarigen Variante.
An den meisten Tauchplätzen fanden wir auch quicklebendige Populationen des Banggai-Kardinalfisches vor, der erst vor einigen Jahren hier ausgesetzt wurde, um in der Nähe von Manado eine leicht erreichbare Quelle dieses beliebten Aquarienfisches zu schaffen. Leider scheint dieser auf den Banggai-Inseln endemisch vorkommende Maulbrüter in der Lembeh-Straße die hier lebenden Annemonenfische zu verdrängen.

Zwei Anglerfische

Bei einem Nachtttauchgang am Hausriff des zu Murex gehörenden Lembeh Resorts konnten wir ziemlich zutrauliche Mandarinfische bei der Balz fotografieren und filmen.

Empfehlenswerte Tauchplätze:
Nudi Falls, Retak Larry, Jahir

Bangka

Die Nord-Sulawesi vorgelagerte Insel Bangka war nach der Lembeh-Straße unsere erste Station auf dem Weg nach Norden. Bangka wird auch von den Tauchbasen in Manado angefahren und mittlerweile gibt es auf Bangka sogar einige Tauchresorts.

Die Ciska vor Bangka

Alle fünf Tauchgänge, die wir hier durchführten, waren überdurchschnittlich gut. Wir fanden eine erstaunlich große Vielfalt von Weichkorallen vor und an einigen Tauchplätzen dramatische Felsformationen wie etwa die Felsentürme am Tauchplatz Batu Gosoh. Im planktonreichen Wasser schwammen viele Schwebstoffe, so dass die Sicht ähnlich wie in der Lembeh-Straße war. Auch die Fischvielfalt ließ wenig Wünsche offen. Wir fanden hier zwar nicht mehr die bizarren Critters der Lembeh-Straße vor, aber ähnlich wie im Bunaken-Nationalpark eine große Vielfalt von Korallenfischen.

Empfehlenswerte Tauchplätze:
Batu Gosoh, Tanjung Usi, Batu Mandi, Sahaung

Sangihe-Archipel

Nördlich von Bangka setzt sich der indonesische "Ring of Fire" weiter in Richtung der Philippinen fort. Die Reise führt an aktiven Vulkanen vorbei und man kann in den sternenklaren Nächten vor der Insel Siau die glühende Lava im Krater des Vulkans Karangetang sehen. Durch die Inselkette ist man meistens gut vor den Ost- oder Westwinden geschützt und es wird eigentlich nur manchmal zwischen den Inseln etwas unruhig. Geschützte Ankerplätze gibt es genug, so dass ruhige Nächte garantiert sind. Es sei denn man macht wie wir eine Nachtfahrt, um direkt von Bangka aus zum Unterwasservulkan zu fahren. Von dort wollten wir uns langsam wieder nach Süden vorarbeiten.

Federsterne und Schwämme

Der Unterwasservulkan Mahangetang (manchmal auch Mahengetang geschrieben) erhebt sich aus etwa 800m Tiefe bis knapp unter die Wasseroberfläche. Der aktive Bereich ist Teil eines großen Kraters, dessen Ränder zum Teil noch aus dem Wasser ragen und sogar bewohnt sind.
Vor dem Tauchen müssen zuerst einmal die lokalen Fischer besänftigt werden. Weil sie angeblich, während die Taucher im Wasser sind, nicht fischen können, legen sie Wert darauf, dass ihr Verdienstausfall erstattet wird. Nun, sie haben zwar während unserer Tauchgänge fleißig weiter gefischt, aber warum sollen diese Menschen nicht auch ein wenig vom Tauchtourismus profitieren?

Die Tauchplätze um den Unterwasservulkan - steile Hänge und Wände - beeindrucken durch die riesigen Schwämme, die hier üppig zu gedeihen scheinen. Vermutlich sorgen die Mineralien des Vulkans für ein explosives Wachstum dieser Wasserfilter. Bei sehr guter Sicht begegneten uns viele Falterfische und einige Büffelkopf-Papgeienfische.
Im aktiven Bereich des UW-Vulkans ändert sich die Landschaft dramatisch. Zwischen mit einem schweflig-gelben Substrat überzogenen Felsen steigen Gasblasen nach oben und der Boden ist so heiß, dass keinerlei Korallenbewuchs mehr zu finden ist. Auch die Fische scheinen dieses Gebiet zu meiden. Taucher, denen das Wasser zu kalt ist, können hier immerhin im vukanischen Sand zum Abschluss des Tauchgangs ihr Hände wärmen.

Nach einem weiteren Tauchgang vor Pulau Bowondeke mit guter Sicht bei zum Teil knackiger Strömung und einigen Ammenhaien unter einem Korallenblock verbrachten wir eine ruhige Nacht am Fuße des Feuer spuckenden Vulkans Karangetang an der Westseite der Insel Siau. Bei sehr guter Sicht konnten wir am nächsten Tag mehrere Tauchgänge vor der Insel durchführen. Empfehlenswert sind die Tauchplätze Eddy Point, eine mit großen Schwämmen bewachsene Wand mit vielen Falterfischen, und Batu Lehi, ein interessanter Tauchgang, der schließlich an einer exponierten Felsnadel endet. Erstaunlich gut war auch ein Nachttauchgang in der Nähe unseres Ankerplatzes am Tanjung Lehi mit vielen großen Pleurobranchus und Nacktkiemenschnecken, in deren Kiemenbüscheln wir viele Imperator Garnelen entdeckten. Ganz in der Nähe am Ufer befinden sich heiße Quellen. Eine tolle Gelegenheit zum Aufwärmen nach einem Tauchgang!

Gunung Karangetang

Auch die Tauchplätze der nächsten Tage vor Pulau Ruang (New Lava Flow) und Pulau Biaro (Bomb Rock) erwiesen sich als interessant. Bomb Rock machte seinem Namen alle Ehre. Die Strömungen wechselten ständig und an einer Stelle kamen wir sogar in eine unangenehme Tiefenströmung hinein.

Fazit und weitere Tipps

Hat sich in den vergangenen sechs Jahren viel verändert? Eigentlich nicht. Korallen- und Fischwelt scheinen weiterhin intakt zu sein. Die Vielfalt nimmt interessanterweise von Norden nach Süden zu. Wir machten zwar die Erfahrung, dass die Sicht nach Norden hin immer besser wurde, allerdings nahm die Biodiversität eher ab. Es ist offensichtlich doch so, dass die Nordspitze Sulawesis mit dem Bunaken-Nationalpark, Bangka und der Lembeh-Straße eine heiße Region der Unterwasser-Biodiversität bildet.

Wie vor sechs Jahren waren auch bei dieser Tour Großfische sehr selten. Vereinzelt sahen wir mittelgroße Napoleons, Makrelen und Hundszahn-Thunfische. Haie tauchten sehr selten auf. Vor dem Unterwasservulkan sollen zwar hin und wieder große ozeanische Hammerhaie gesichtet werden. Wir konnten allerdings keine entdecken. Tatsächlich sieht man mittlerweile vor Bunaken als Folge der intensiveren Überwachung der Riffe mehr Großfische als in dieser Region.

Die Ciska vor Siau

Lohnenswert ist eine Tour zu den Sangihe-Inseln allemal. Nicht zuletzt auch wegen der schönen Inselwelt, durch die man hier fährt. Palmenbesäumte Strände, dramatisch aufsteigende Vulkane und türkisfarbenes Wasser bieten eine interessante Kulisse. Auch ein Besuch der Inseln lohnt sich. Neben Kokospalmen und Nelken werden hier besonders viele Muskatnüsse geerntet. Sie liegen überall zum Trocknen aus und erfüllen die Luft mit ihrem unverwechselbaren Geruch.

In eigener Sache:
Meine Probleme mit der Firma Sealux reißen nicht ab. Nachdem das Steuermodul meines Unterwasser-Videogehäuses erst nach dreimaliger Reklamation ausgetauscht wurde, hatte ich bei dieser Safari Probleme mit einem brandneuen Akkutank meiner Beleuchtungsanlage Sunbright von derselben Firma. Nach exakt 12 Tauchgängen gab die Anlage ihren Geist auf. Sie funktionierte bis zum 12. Tauchgang unter Wasser einwandfrei. Erst in der darauf folgenden Nacht fing die Warnleuchte an zu blinken.
Diagnose von Sealux: Eine geringe Menge Salzwasser im Akkutank hat die Elektronik der Anlage zerstört. Reparaturkosten: etwa 200 €.
Ursache: Möglicherweise ein verschmutzter O-Ring der Aufladebuchse.
Da ich den Akku nur zwei Mal während der Tour aufgeladen habe und dabei den O-Ring immer sehr sorgfältig kontrolliert habe, bezweifle ich die Diagnose von Sealux.
Mich würde interessieren, ob es Unterwasser-Fotografen oder -Filmer gibt, die ähnliche Erfahrungen mit Sealux hatten. Schicken Sie mir einfach eine E-Mail

 

Wer einmal eine Tauchsafari zu den Sangihe-Inseln machen möchte, ist in Manado bei Murex gut augehoben.

Interessant ist aber auch das Angebot von Froggies. Mit dem einfachen Tauchschiff 'Sanny' kann man von Bunaken aus eine viertägige Tauchsafari in die Lembeh Straße und zurück machen. Auf dem Programm stehen nicht nur die Top-Tauchplätze der Lembeh Straße sondern auch die besten Tauchplätze vor Bangka und der Nordspitze von Sulawesi.

Sanny von Froggies

Neu ist außerdem die Divers Lodge Lembeh an der Südspitze der Lembeh-Insel, die von Linda und Rob Sinke geleitet wird. Das kleine, familiär geführte Resort verfügt nur über sechs, unterschiedlich große Bungalows, die fast alle nach Süden zu einer schönen Lagune hin ausgerichtet sind. Im Juli/August ist diese Lage allerdings eher ungünstig, weil dann der relativ konstant wehende Südwind direkt auf die Bungalow-Terrassen bläst, so dass ein gemütliches Sitzen auf der Veranda nur selten möglich ist.

Von der Divers Lodge werden die klassischen Tauchplätze in der Lembeh-Straße mit sehr kleinen Tauchgruppen angefahren. Wie bei Froggies in Bunaken gilt auch hier der Grundsatz, dass auf maximal zwei Taucher ein Tauchguide kommt.

Die Divers Lodge liegt am äußersten Ende der Lembeh Insel, so dass die Ausfahrten zu den Tauchplätzen in der Lembeh Straße etwas länger dauern als bei den anderen Resorts. Man muss erst an Bitung vorbei fahren, so dass man in der Regel mindestens eine halbe Stunde - manchmal auch etwas länger - unterwegs ist. In der Regel werden zwei Bootstauchgänge durchgeführt. Ein reichhaltiges Mittagessen gibt es dann an Bord. Die Tauchboote sind größer und komfortabler als die der anderen Resorts und mit je einer Toilette ausgestattet. Gegen einen geringen Aufpreis kann mit Nitrox getaucht werden.

Divers Lodge Lembeh
Tromol Pos 54, 95500 Bitung
North Sulawesi, Indonesia
Tel. +62 (0)812 44 33 754
E-Mail

 

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