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Tauchen in Komodo

Allgemeine Informationen

Hauptziel unserer Reise im Frühjahr 2004 der Komodo-Nationalpark zwischen den Inseln Sumbawa und Flores. Innerhalb der Parkgrenzen liegen die Inseln Komodo, Rinca und Padar sowie viele kleine Inseln und Riffe. Wir nahmen im April 2004 an einer Tauchsafari mit der Ciska zusammen mit weiteren erfahrenen Tauchern aus Österreich, Frankreich und Indonesien teil.

Die Ciska vor Komodo

Die Reise führte von Sape in Ost-Sumbawa zum Komodo-Nationalpark und dann an der Nordküste von Sumbawa zurück nach Lombok.

Der Komodo-Nationalpark ist einer der ältesten Nationalparks in Indonesien und wurde ursprünglich zum Schutz der nur dort vorkommenden Komodo-Warane eingerichtet.

Wie so vieles in Indonesien funktioniert die Kontrolle dieses sensiblen Biotops nicht perfekt. Es fehlt an Ressourcen zur lückenlosen Überwachung des Parks, so dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Zerstörungen von Riffen und Abfischen von Haien gekommen ist. Trotz dieser Gefährdungen ist das Gebiet um Komodo auch weiterhin ein Weltklasse-Tauchrevier.

Tauchen in Komodo

Komodo steht nicht umsonst im Ruf, ein Tauchgebiet für erfahrene Taucher zu sein. Dies trifft im allgemeinen auch zu, insbesondere dann, wenn man sich entschließt an Bord eines Safaribootes eine Tour dorthin zu unternehmen. An vielen Tauchplätzen muss mit starken Strömungen gerechnet werden. Auch die Wassertemperaturen sind gewöhnungsbedürftig und schwanken erheblich. Insbesondere im Süden sind Wassertemperaturen um die 19° C keine Seltenheit. Der Kauf eines 5-mm Anzuges ist für Komodo daher auch keine überflüssige Investition!

Trotz oder gerade wegen dieser Unannehmlichkeiten bietet Komodo Unterwasser-Erlebnisse vom Feinsten. Begegnungen mit Großfischen (Mantas, Haie) können fast garantiert werden. Auch die Biodiversität ist beeindruckend. Critter-Liebhaber und Unterwasser-Fotografen kommen hier mit Sicherheit auf ihre Kosten.

Wichtige Tauchplätze

Gili Banta
Gili Banta liegt im Nordwesten, knapp außerhalb der Grenzen des Nationalparks. Bei recht kühlen Wassertemperaturen und nicht optimaler Sicht fanden wir schöne Korallen, viele Nacktschnecken und zum Schluss einen beachtlichen Ammenhai unter einer Tischkoralle.

Batu Bolong
ist ein Felsen, der nur knapp über die Wasseroberfläche hinausragt. Ein o-förmig, durchlöcherter Felsen hat dem Tauchplatz seinen Namen gegeben. Bolong heißt Ohr in der Bugis-Sprache .
Je nach Strömungsverhältnissen kann dieser Tauchplatz an der Nord- oder Südseite jeweils im Strömungsschatten betaucht werden. So lange man im geschützten Bereich bleibt, ist dies ein unproblematischer Tauchgang mit großen Fischschwärmen, Weißspitzen - und Grauen Riffhaien, Napoleons und Thunfischen. Sollte man allerdings in die Strömung geraten, ist es mit Sicherheit mit dem Spaß vorbei. Verwirbellungen und eine starke Tiefenströmung können Taucher in die Tiefe drücken und ermöglichen erst weit ab vom Tauchplatz einen sicheren Aufstieg. Uns gefiel die Nordseite mit interessanten Felsformationen besser als die Südseite.

Pantai Merah
der rote Strand, liegt nur wenige Minuten von der Ranger Station Loh Liang auf Komodo entfernt. Die Sicht ist nicht immer gut. Auch wir mussten mit eher schlechter Sicht zurecht kommen. Wir begegneten größeren Rochen, großen Fischschwärmen und fanden im trüben Wasser viele verschiedene Nacktschnecken.

Komodo Südküste

The Alley
und weitere Tauchplätze im Süden von Komodo sind ideale Plätze um Mantas zu beobachten. Hier tritt kaltes, oft nur 20° C warmes, nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche und die Dünung ist an einigen exponierten Stellen bis in Tiefen um 15m spürbar. Bei unseren Tauchgängen sahen wir große Zackenbarsche, viele Mantas und Napoleonfische.

Cannibal Rock
liegt auch im Süden des Nationalparks, allerdings im Süden der Nachbarinsel Rinca. Der Tauchplatz liegt geschützt in der Loh Dasami Bay zwischen Rinca und der vorgelagerten Insel Nusa Kode. Der Unterwasserberg ist ein Traum für Critter-Liebhaber. Er ist dicht mit Federsternen und Weichkorallen bedeckt und man findet hier viele Exemplare einer besonderen Seegurkenart (Pseudocolochirus violaceus). Diese "Seeäpfel" sind leuchtend rot oder violet und haben weiße Streifen. Mittaucher fanden außerdem zwei große Anglerfische in 30 m Tiefe.
Hier sollte man unbedingt auch einen Nachttauchgang unternehmen. Wir sahen viele Medusenhäupter, kleine Bobtail Squids und verschiedene Feuerfische.
Auch die anderen Tauchplätze in diesem Gebiet sind zu empfehlen: Crinoid Canyon, eine mit Federsternen bedeckte Steilwand und Yellow Wall mit Überhängen und Klüften sind empfehlenswerte Tauchplätze.

Seeigel Manta See-Apfel
Fischerboot Nachtschnecke Federstern
Nacktschnecke Schnapper Harlekin-Drückerfisch

 

Pillarsteen und Three Sisters
Beides sind spannende Tauchplätze unweit der kleinen Insel Padar, die zwischen Komodo und Rinca liegt. Pillarsteen zeichnet sich durch schöne Canyons und Höhlen aus und liegt relativ geschützt. Three Sisters ist ein Tauchplatz der aus 3 bzw. 4 Unterwasserkämmen besteht, die man umrunden kann. Der Tauchplatz ist teilweise exponiert. Man findet aber immer wieder geschützte Stellen und kann Haie, große Zackenbarsche und Napoleons sehen. Die Unterwasserberge sind schön mit Hart- und Weichkorallen bewachsen. Wir fanden einen gelben Anglerfisch und einen Schaukelfisch.

Blick auf Padar

Seboloh Kecil
liegt schon außerhalb des Komodo-Nationalparks vor Labuan Bajo. Hier hatten wir sehr gute Sicht und tauchten an einem Unterwasserberg mit sehr schönem Bewuchs.

Pulau Sangeang
Wer mit dem Safari-Boot unterwegs ist, sollte auch vor dieser Vulkaninsel vor der Ostspitze von Sumbawa Zeit für einige Tauchgänge einplanen. In der Nähe des Leuchtturms gibt es im schwarzen vulkanischen Sand sehr viel Kleinzeug zu entdecken und in 25m Tiefe kleine Zwerg-Seepferdchen.

Eine gute Karte des Komodo-Nationalparks und eine Beschreibung vieler Tauchplätze findet sich auf der Website der Komodo-Nationalparkverwaltung. Eine auf Google Earth basierende Karte der Region hat Dirk Krienbuehl ins Netz gestellt.

 

Da die Firma Sealux auch nach zweimaliger Reklamation nicht in der Lage war, die Steuerung meines Unterwassergehäuses zu reparieren, gibt es leider von der Komodo-Safari keinen Film. Erst nach dem zweiten fehlgeschlagenen Reparaturversuch hat sich die Firma nun endlich durchgerungen, die fehlerhafte Platine auszutauschen. Für mich bedeutete diese Schlamperei, dass ich weder von einem Malediven-Urlaub im Oktober 2003 noch von der Komodo-Safari UW-Videomaterial mit nach Hause bringen konnte. Das alles wirft kein gutes Licht auf eine Firma, die sich rühmt, erstklassige Qualität zu produzieren. Ich habe da mittlerweile meine Zweifel.

 

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