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Die südlichen Inseln

Die Ciska

Reiseverlauf

Bira

Selayar

Taka Bonerate

Pulau Kakabia

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Tukang Besi

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Die südlichen Inseln

Mit der Ciska auf Jacques Cousteaus Spuren

Nur in der Zwischenmonsunzeit von April bis Mitte Mai und Oktober bis Mitte November lassen sich in Indonesien die Inseln im Süden und Südosten von Sulawesi einigermaßen sicher betauchen. Während der restlichen Zeit liegen viele der interessantesten Riffe des Taka Bonerate und Tukang Besi Archipels wegen ihrer exponierten Lage im direkten Einflussbereich der Monsunwinde. Diese konstant wehenden Winde haben zur Folge, dass sich sehr hohe Wellenberge aufbauen, die ein sicheres Ankern und Tauchen unmöglich machen. Aus Tauchersicht hat dies andererseits aber auch den Vorteil, dass einheimische Fischer mit ihren kleinen Booten diese entlegenen Riffe und Atolle nur sehr selten erreichen können.

Nacktschnecke Wakatobi

Pottwale vor Selayar

Zur Inselwelt im Süden und Südosten Sulawesis gehören die Insel Selayar, das Taka Bonerate Archipel, die Insel Buton, das Tukang Besi Archipel und einige verstreute Inseln, wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs, die sich aus Meerestiefen von bis zu 3000 m zwischen dem Taka Bonerate Archipel im Westen und den Tukang Besi Inseln im Osten erheben.

Die exponierte Lage dieser Inseln und das Fehlen jeglicher taucherischer Infrastruktur hat zur Folge, dass bisher nur wenige Taucher diese abgelegenen Inseln besuchen konnten. Jacques Cousteau war in den 80iger Jahren hier. Er kam zu dem Ergebnis, hier das "möglicherweise beste Tauchgebiet der Welt" gefunden zu haben.

Die Ciska

Im April 2001 hatten wir die Chance, an Bord der Ciska einen Teil dieser großartigen Inselwelt kennenzulernen und dabei Tauchgänge an völlig unberührten Riffen und Steilwänden durchzuführen.

Die Ciska vor Selayar

Die Ciska ist ein 1999 gebautes robustes Holzschiff von 25 m Länge. Angetrieben von einem 220 PS/Diesel legt sie maximal 10 Knoten zurück. An Bord können 8 Personen gut untergebracht werden.

Oberdeck der Ciska

Die Kabinen sind nur durch Vorhänge voneinander getrennt. Es gibt also keine völlige Privatsphäre an Bord. Beide Schlafbereiche im vorderen Bereich sind klimatisiert. Jede Koje verfügt zusätzlich über einen eigenen Ventilator. Strom zum Laden der Unterwasserlampen wird durch einen Generator geliefert, der auch den Kompressor antreibt.

 

Reiseverlauf

Route 1: Von Bira nach KendariBiraSelayarTaka BoneratePulau KakabiaPasarwajoHogaWakatobiNdaa Atoll

Unsere Reiseroute führte von Bira aus an der Ostküste Selayars entlang nach Süden und von dort nach Osten ins Taka Bonerate Archipel.
Zwei Tage verbrachten wir vor Pulau Kakabia, auf halbem Wege zwischen Taka Bonerate und Tukang Besi gelegen, um dort - vermutlich zum ersten Mal überhaupt - die Riffe und Steilwände dieser Insel genauer zu erkunden.
Von hier führte unser Weg nach Buton, wo wir in Pasarwajo interessante Tauchgänge vergleichbar mit der Lembeh Strait durchführen konnten.
Über Hoga fuhren wir schließlich nach Tomia, um in der Gegend des Wakatobi Dive Resorts zu tauchen.

Bira

Unsere Tauchgänge um Bira erwiesen sich diesmal als weniger spektakulär als bei unseren beiden letzten Besuchen. Der Grund: Wir sahen während unserer Tauchgänge am Kap Bira und Pulau Kambing nur wenige Großfische. Neu für uns waren Tauchgänge vor der nördlich von Selayar gelegenen Insel Pulau Pasi. Wir sahen einige Haie, Fischschwärme und an der Westseite schöne Korallengärten mit Muränen und Blaupunktrochen. Ein Nachttauchgang vor Pasi musste wegen zu starker Strömung abgebrochen werden.

Selayar

Von Bira aus setzten wir unsere Reise der Ostküste Selayars folgend nach Süden fort. Unterwegs begegneten wir Pottwalen und Delfinen und konnten einen spektakulären Wasserfall besichtigen.

Delfine als Begleiter


Unser nächstes Ziel war das Selayar Dive Resort an der Südostspitze der Insel. Jochen Schultheis hat hier an einem schönen, einsamen Sandstrand ein kleines Resort errichtet.

Einsamer Strand mit Hausriff des Selayar Dive Resorts

Er verfügt im Moment über mehrere geräumige Bungalows mit Deckenventilator und Klimaanlage, Dusche/WC mit heißem Wasser und Minibar. Die Gäste werden von Bira mit dem Speedboot abgeholt. Im Preis von derzeit 110 US$ ist die Unterbringung in einem der Bungalows mit Vollpension, 2 geführte Bootstauchgänge und ein weiterer Tauchgang am Hausriff enthalten. Der Transfer von Bira zu Resort (2h) muss extra bezahlt werden.

Komfortable Bungalows am Strand


Sämtliche Tauchplätze liegen an der Ostseite der Insel, so dass nur von Oktober bis Mai getaucht werden kann. Während des Ostmonsuns ist die Dünung so hoch, dass die Tauchplätze nicht angefahren werden können.
Unsere Tauchgänge nördlich des Resorts (Tanjung Cumi) und am Hausriff eröffneten uns Einblicke in eine insgesamt intakte und diverse Korallenwelt mit vielen großen Gorgonien, Weich- und Hartkorallen.

Nacktschnecke, Tukang Besi

Das Hausriff ist eine schöne Wand mit Überhängen und Höhlen. Die großen Meerestiefen vor Selayar ermöglichen auch die Begegnung mit Großfischen. Jochen kann auf Begegnungen mit Barrakudas, Schildkröten, Zackenbarschen, Adlerrochen, Mantas, Riffhaien und sogar Hammerhaien verweisen.

Taka Bonerate Archipel

Unser nächstes Ziel war dasTaka Bonerate Archipel. Es ist mit einer Gesamtfläche von 2220 Quadratkilometern das drittgrößte Atoll der Erde und ragt aus 2000 m Meerestiefe empor.
Nach etwa vierstündiger Fahrt erreichten wir Pulau Latundo an der Nordwestseite des Atolls.

Blick auf Latundo im Taka Bonerate Archipel

Unser Nachmittagstauchgang an der Westseite des Riffs führte an einer ins Endlose abfallenden Wand entlang. Die Sichtweite betrug etwa 25m und wir sahen Napoleons, Haie, Thunfische und mehrere Blaupunktrochen. Wir nannten den Tauchplatz Snow Reef, da die Wand mit Sand aus dem Lagunenbereich völlig überpudert war. Möglicherweise handelt es sich dabei um Folgen der exzessiven Dynamitfischerei im Innern des Atolls.

Nacktschnecke, Tukang Besi


Die vier Tauchgänge des folgenden Tages fanden alle an der Nord- und Nordostseite des Atolls statt. Bei guter Sicht sahen wir vor Belang Belang und Taka Lamungan Napoleons, vereinzelte Weißspitzenhaie, Barrakudas und leider nur sehr kurz zwei Pigmy Mantas an einer schön bewachsenen Wand vor Lamungan.

Pulau Kakabia

Blick auf Kakabia

Wir erreichten Pulau Kakabia nach knapp 12stündiger Nachtfahrt. Als erstes Zeichen der nahenden Inseln begrüßten uns Schwärme von Vögeln, die am frühen Morgen die Thermik nutzten, um sich höher und höher zu schrauben. Sie umflogen das Boot und zeigten keine Scheu vor uns Eindringlingen.

Alle Bäume waren voller Vögel

Nachdem wir einen geschützten Ankerplatz gefunden hatten, konnten wir unseren ersten Tauchgang an der nordöstlichen Riffkante durchführen. Der erste Eindruck war überwältigend:
Die Sichweite betrug unglaubliche 40 m und die Wand war ab 25m bis weit über 50 m mit riesigen Gorgonien, großen schwarzen Korallen und Röhrenschwämmen bewachsen. Malerische Überhänge und der dichte Bewuchs boten vielfältige Motive für Unterwasseraufnahmen. Schäden durch Dynamitfischerei konnten wir nirgendwo feststellen. Zwei Riffhaie, Thunfische, Schwärme von Stachelmakrelen und Snapper sowie eine Vielzahl kleiner Lebewesen rundeten diesen ersten Tauchgang vor Kakabia ab. Wir nannten den Tauchplatz Gorgonian Forest und führten an dieser Wand insgesamt drei Tauchgänge an verschiedenen Abschnitten durch. Zum Teil hatten wir mit wechselnden, starken Strömungen zu kämpfen.

Kristallklares Wasser und einsame Strände

Wir verbrachten zwei Tage vor Kakabia, um einen Überblick über weitere Tauchplätze zu gewinnen. Alle weiteren Tauchgänge bestätigten unseren ersten Eindruck:
Pulau Kakabia ist ein Spitzentauchplatz mit unglaublicher Sicht, hoher Biodiversität und noch völlig unberührten Riffen. Bei unserer Fahrt im Jahr 2003 wird Kakabia selbstverständlich wieder auf der Reiseroute liegen.

Pasarwajo, Buton

Nach einer ruhigen 12stündigen Nachtfahrt erreichten wir nach zwei Tagen vor Kakabia wieder zivilisiertere Gegenden. Pasarwajo auf Buton bietet auf den ersten Blick wenig Interessantes. Einfache Häuser und Hütten am Strand und davor eine Vielzahl von Booten im Wasser und Bootsbauten am Strand.

Pasarwajo


Auch das Wasser sah nach unserer Verwöhnung auf Kakabia auf den ersten Blick wenig einladend aus. Trotzdem verbirgt sich hier unter Wasser eine echte Konkurrenz zur berühmten Lembeh Straße in Nordsulawesi. Bei unseren bis zu 100minütigen Tauchgängen in Wassertiefen zwischen 20 und 1 m fühlten wir uns auf jeden Fall an unsere Tauchgänge in der Lembeh Straße erinnert.
Wir sahen viele verschiedene Nacktschnecken, verschiedene Feuerfischarten (u. a. Zwerg-Feuerfisch), Skorpionfische, Helm-Knurrhähne, Kakadu-Stirnflosser, Schaukelfische, Lanzettenfische, gestreifte Korallenwelse, verschiedene Seenadeln, Krokodilfische, Mantis Shrimps und bei einem Nachttauchgang Spanische Tänzerinnen und einen Oktopus.

Tukang Besi

Hoga

Hoga ist in den vergangenen Jahren zu einiger Berühmtheit gelangt. Die Insel ist Sitz der Operation Wallacea und von Juni bis August Tummelplatz vieler Freiwilliger aus Europa (vorwiegend Großbritannien), die hier während eines Aufenthaltes von zwei bis vier Wochen Tauchen lernen können und im Rahmen des Projekts eine Bestandsaufnahme und Beobachtung der Riffe um Hoga betreiben. Auf Hoga hat sich mittlerweile eine erste touristische Infrastruktur entwickelt. Die Einheimischen haben Hütten gebaut und bieten sie den Gästen in den Sommermonaten an. Bei unserem Besuch im April waren allerdings noch alle Hütten leer vor dem Ansturm im Juni/Juli. Moskitos gibt es reichlich und wir waren froh, nicht auf der Insel sondern in sicherem Abstand auf der Ciska übernachten zu können.

Garnele
Feuerfisch
Tüpfelmuräne

Wegen der ruhigen Wetterlage im April war es uns möglich, die Riffe im Norden und Nordosten Hogas (Pinnacles, Northern Wall und Boj 3) zu betauchen, die im Sommer nur sehr selten angefahren werden können. Pinnacles ist ein gezackter Unterwasserkamm auf dem sich große Fischschwärme sammeln. Bei relativ starker Strömung konnten wir zum Schluss des Tauchgangs große Makrelen bei der Jagd auf Schwarmfische beobachten. Northern Wall, eine schön bewachsene Wand, bot immerhin die Begegnung mit drei Adlerrochen, Barrakudas, Napoleons und Schwärmen von Snapper.

Wakatobi, Tomia

Von unserem Ankerplatz vor Tomia aus betauchten wir die Klassiker des Wakatobi Dive Resort:
The Blade, Mari Mabuk, Waiti Ridge, Roma und Table Coral City
Eine genauere Beschreibung dieser außergewöhnlichen Tauchplätze finden sich hier.

Binongko und Pulau Ndaa

Binongko ist die südlichste Insel des Tukang Besi Archipels. Unser Tauchgang vor der steilen Nordwestküste (Fish Wall) bot nichts Außergewöhnliches: Schwarze Korallen und Röhrenschwämme aber insgesamt nur wenig Fische.

Steilwände vor Binongko

Interessanter war Pulau Ndaa, ein Atoll im Süden von Binongko. Bei einer Sicht von gut 40m führte der Tauchgang bei nur geringer Strömung an einer fantastisch bewachsenen Wand entlang. Wir sahen Schildkröten, viele Fischschwärme (Makrelen, Fledermausfische), Skorpionfische, Blaupunktrochen und einen Schaukelfisch.

Pulau Ndaa gab uns immerhin einen Vorgeschmack auf unsere Tauchreise im kommenden Frühjahr. Dann werden besonders die östlichen Atolle des Tukang Besi Archipels angefahren werden. Wir erwarten gute Sichtweiten, hohe Biodiversität und hoffentlich noch mehr Großfische als bei unserer Reise im Jahr 2001.

 

 

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michael@bodeweb.de Copyright(c) M. Bode. Updated: 01.09.2009