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Wakatobi – Zentrum der Schildkrötenjagd in Indonesien


Der Handel und die Jagd auf Meeresschildkröten ist in Indonesien spätestens seit 1999 strengstens untersagt. Die gesetzlichen Bestimmungen und das rigorose Durchgreifen der Polizei auf Bali haben dazu geführt, dass die Zahl der in Bali getöteten und gehandelten Schildkröten von ehemals 25.000 Tieren jährlich auf ‘nur’ noch 3.000 pro Jahr gesunken ist. Heute findet der Handel und das Töten der Tiere im Verborgenen statt. Reportagen und Aktivitäten verschiedener NGO-Gruppen sowie Razzien der Polizei machen den Schildkrötendealern das Leben zunehmend schwer.

Der größte Teil, der heute noch auf Bali gehandelten Meeresschildkröten, stammt aus Ost Sulawesi, einem Gebiet, das seit den Fahrten von Jacques Cousteau den Ruf hat eines der besten Tauchgebiete auf der Welt zu sein.

Was allerdings jetzt die in Indonesien aktive Gruppe PROFAUNA ans Tageslicht gebracht hat, ist eine Sensation: Mehr als die Hälfte der in dieser Region gefangenen 1115 Meeresschildkröten stammt aus dem Gebiet des Wakatobi Nationalparks, in dem unter anderem auch das bekannte Wakatobi Dive Centre des Schweizers Lorenz Mader liegt.
Kurt Amsler, Gründer von SOS-Seaturtles, hat unter http://www.sos-seaturtles.ch/Wakatbi_Traffickin_2008.htm einen bitterbösen Aufruf mit dem Ziel verfasst, die zuständigen Minister in Indonesien unter Druck zu setzen.


Der ‘Vorzeige-Nationalpark’ Wakatobi liegt zwischen der Banda- und der Floressee und ist mit 1.39 Millionen Hektar der zweitgrößte Nationalpark Indonesiens. Allerdings ist der Nationalparkcharakter ganz offensichtlich nur schöner Schein. Der Schutz gilt offensichtlich nicht den Meeresschildkröten, Haien, Napoleons und Zackenbarschen, die in den Grenzen des Nationalparks mit Zyanid für den asiatischen Markt gefangen werden.
Ich selbst konnte bei meinen Besuchen in Wakatobi immer wieder große Frachter vor Tomia, gleich neben dem Wakatobi Dive Resort, sehen, die oft wochenlang vor Anker lagen und die Fänge der Einheimischen aufkauften, um sie unter Deck gleich einzufrieren. Auf diese Art wird das kommerzielle Fangverbot im Nationalpark umgangen. Zackenbarsche und Napoleons werden in Käfigen im Wasser so lange gehalten, bis ein Schiff aus Hongkong oder Bali kommt, um die lebende Fracht zu Restaurants in den Städten zu transportieren. Meeresschildkröten geht es noch schlechter. Sie werden in Brackwassertümpeln gehalten und denn unter Deck übereinander gestapelt nach Bali transportiert.
Und was unternimmt das Wakatobi Dive Resort mit besten Verbindungen zum Raja von Tomia, zur Polizei in der Region und zu den Ministerien in Jakarta? Ich vermute mal wieder nichts!
Lorenz Mader, einer der neuen weißen Rajas in Indonesien, sorgt zwar dafür, dass Safarischiffe von der lokalen Polizei aus dem Wakatobi Nationalpark vertrieben werden. (Wenn es sein muss auch mit vorgehaltener Waffe!) Dieselbe Polizei unternimmt aber nichts gegen Schildkrötendealer und illegalen Fischhandel. Mader hat bis heute nichts Erkennbares gegen den illegalen Handel mit geschützten Fischen und Meeresschildkröten unternommen. Könnte es vielleicht daran liegen, dass die lokalen Machthaber, mit denen Mader so erfolgreich zusammenarbeitet, selbst ihre Finger im illegalen Handel haben?

2 comments to Wakatobi – Zentrum der Schildkrötenjagd in Indonesien

  • [...] (WDR) bei mir an. Nach den spektakulären Veröffentlichungen der letzten Wochen über die illegale Schildkrötenjagd besonders im Wakatobi Nationalpark, erwartete ich natürlich eine Stellungnahme der selbst [...]

  • nicole deschka

    Im November 2010 wurden ca 89 Schildkröten in Nordbali auf einem Markt gerettet, sie hätten dort für 1,5 millionen Rupiah verkauft werden sollen(pro Schildkröte) Diese wurden von der örtlichen Polizei geretten und nach Kuta gebracht. Von dort aus wurden die Schildkröten wieder ins Meer gebracht. Diese Aktion war nur möglich weil die Polizei, Papa turtle (so nennen die Einheimischen den jenigen der die Schildkröteneier sammelt ,ausbrütet und aussetzt wenn sie groß genug sind), die Lifeguards und die Touristen alle zusammen geholfen haben.4 Schildkröten sind leider gestorben beim Transport, 5 wurden verletzt und sind anschließend in Aufzuchtstation gekommen bis zur Heilung und wurden im Dezember ins Meer gebracht.Die Jäger die die Schildkröten auf den Markt gebracht haben wurden inhaftiert. Dies ist eine seltene Aktion, aber es hat Spass gemacht für etwas gutes zu kämpfen, denn ich war live dabei und habe mit geholfen…

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