Als ehemaliger Gast von Max Ammer in seinem Resort auf der Insel Kri in der Raja Ampat Region erhalte ich in schöner Regelmäßigkeit seine Newsletter. Seit mehreren Ausgaben wird dort das neueste, luxuriöseste und überhaupt allerbeste Liveaboard in Indonesien angekündigt. Es wird Papuan Antares heißen, muss aber derzeit wohl noch in Holland auf den neuesten Stand gebracht werden.Angeblich hat Max in den vergangenen Wochen (zuletzt mit Gerry Allan) intensive ‘Pioniertouren’ bis zur Triton Bay unternommen und war in Regionen, die noch nie vorher von Tauchschiffen besucht worden sind.Über meine (in der Regel sehr zuverlässigen) Kanäle weiß ich aber, dass er viel weiter als bis in die Fiabacet Gegend, südlich von Misool, gar nicht gekommen ist. Vielleicht hat er ja neue Tauchprofile für die bekannten Tauchplätze dort entwickelt …Als jemand der den Zweiklassenservice in Max Ammers Resort und den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit dort erlebt hat, kann ich eigentlich nur warnen und empfehlen, dieses Luxus-Liveaboard erstmal einige Zeit zu beobachten und die Erfahrungen derjenigen abzuwarten, die auf die vollmundigen Versprechungen hereingefallen sind.Damit meine ich ausdrücklich nicht die Berichte, die über dieses Schiff in so genannten Taucherzeitschriften veröffentlicht werden. Von denen, die dort über ihre Taucherlebnisse berichten, hat in aller Regel keiner auch nur einen Cent für die Reise bezahlt. Oder haben Sie in in den letzten Ausgaben einer der deutschen Tauchzeitschriften einen wirklich kritischen Bericht über eine Tauchbasis oder ein Tauschiff gelesen?


So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Ich war als ganz normaler, zahleder Gast im Sorido Resort. Auch wenn mir das wohl kaum jemend glauben mag, weil ich viele Reisen im Auftrag von unterwasser abwickele. Wir Reisejournalist bekommen längst nicht mehr jede Reise geschenkt, wie viele denken.
Ich habe auch keine Lust darauf zu warten, bis mich UW an das Ziel meiner Wünsche schickt. Zum Glück kann ich mir das leisten.
Alle dort anweseneden Gäste haben das Sorido Bay Resort in vollen Zügen genossen. Als Weitgereister kann ich sagen, eine in jeder Beziehung so wunderschöne Reise habe ich schon seit Jahren nicht mehr unternommen, und im nächsten Jahr werde ich wieder dort hin gehen. Denn der Aufenthalt war jeden Cent wert! Mit deiser Meinung war ich dort in guter Gesellschaft.
Was die Berichterstattung in Tauchsportmagazinen betrifft kann ich nur sagen, wir betreiben eine Positivauslese in der Redaktion. Ich war an einigen Zielen, über die nie ein Artikel erschienen, weil dies meinerseits für unsere Leser als unzumutbar erachtet wurde. Wer will so etwas lesen und auch noch Geld dafür bezahlen? Wohl niemand.
Wenn es denn mal Blödsinn wäre. Ich habe in meiner schon über 20jährigen Zeit als Taucher ja schon viele Tauchbasenbesitzer und Eigner von Safarischiffen kennengelernt und bin auch mit einigen gut befreundet. Die erzählen alle dieselben Geschichten: Redakteure von UW-Zeitschriften und UW-Fotografen mit einem entsprechenden Bekanntheitsgrad zahlen nix. Die daraus resultierenden Berichte kann man dann in Hochglanz nachlesen und sie eignen sich ganz hervorragend zur Werbung für das jeweilige Resort. Die Skepsis vieler erfahrener Taucher gegenüber der deutschen Tauchpresse kommt doch nicht von ungefähr. Viele haben die Lobhudeleien, die man dort geboten bekommt einfach satt und informieren sich lieber in Foren im Internet oder bei undercurrent.org. Ich habe an anderer Stelle im Blog (http://www.bodeweb.de/blog/ct-wird-25/) schon einmal gefordert, dass sich die deutsche Tauchpresse endlich einen ‘Code of Professional Standards’ geben sollte. Beispielhaft ist da der Code of Conduct der Computer Press Association (CPA) aus dem 1983. Es wäre doch wirklich schön, wenn etwas Ähnliches im redaktionellen Teil unserer Tauchzeitschriften stehen würde:
’1. Computer journalists shall accept merchandise only for review purposes. No gifts, favors, free travel, special treatment, or privileges shall be accepted.
2. No news report shall be designed solely to sell commercial products to readers.”
Man müsste ‘computer journalists’ nur durch ‘Tauchjournalist’ ersetzen und hätte enorm an Glaubwürdigkeit gewonnen.
Im übrigen ist dieser Blog-Beitrag exakt 3 Jahre alt und bezog sich auf einen Newsletter von Papua Diving, der von einer Mitarbeiterin des Resorts veröffentlicht wurde, die schon lange nicht mehr für Max Ammer arbeitet. Ich habe auch nie behauptet, dass man in Kri nicht gut tauchen könne bzw. das Resort schlecht sei. Die Probleme liegen woanders. Dazu habe ich mich an verschiedenen Stellen im BodeBlog ausführlich geäußert.
Ich fliege Anfang Mai zu Max Ammer. Allerdings ins Kri Eco Resort. Je näher die Abreise rückt, desto mehr bizarre Geschichten höre bzw. lese ich über Max Ammers Resorts. Das hat sicherlich auch etwas mit selektiver Wahrnehmung zu tun. (Je näher die Abreise, desto größer das Interesse.) Trotzdem würde mich natürlich interessieren, was mich dort erwartet. Z.B. auch, wie sich die religiöse Orientierung von Max Ammer – in einem anderen Bericht habe ich gelesen, dass er den 7th Day Adventist angehört – auf das normale Taucherleben auswirkt. Stimmt es wirklich, dass man samstags nicht tauchen darf, weil er dann Sabbath feiert?
Darin, beispielsweise, würde ich eine deutliche Einschränkung meines eigentlichen Reisezwecks sehen, für den ich ja immerhin eine fast 3-tägige Anreise in Kauf nehme. Stimmt es auch, dass die Gäste beim Essen auf Max Ammers religiöse Überzeugungen Rücksicht nehmen müssen?
Und – wenn es diese Einschränkungen wirklich gibt – müsste dann nicht der jeweilige Reiseveranstalter IM VORAUS darauf hinweisen ?
Danke im Voraus für möglichst klare Antworten.
Rolf Homann
Leider kommt meine Antwort etwas spät. Ich bin gerade von einer 14tägigen Tauchsafari durch die Bandasee zurück. Max Ammer ist tatsächlich überzeugter 7 Tage Adventist und daher gibt es von Freitagabend bis zum Sonnenuntergang am Samstag kein Tauchen. Da der ‘kostenlose’ Transfer von Sorong nach Kri am Sonntag erfolgt, ist also immer ein tauchfreier Tag im Paket enthalten. Max bietet für den Samstag als Alternative zum Tauchen Vogelbeobachtungstouren (Paradiesvögel) an. Darauf weisen Reiseveranstalter aber auch hin (Z. B. Aquaventure-Tauchreisen: http://www.aquaventure-tauchreisen.de/tauchen-indonesien/tauchen-west_papua/tauchbasis-west_papua-papua_diving-41.html?sid=6ec35ad651f6371b6109b9b0f4dc1c5b).
Als ich das letzte Mal bei Max Ammer war (2003) wurde bei Tisch gebetet. Man muss natürlich nicht mitmachen, aber wohl habe ich mich dabei auch nicht gefühlt. Einmal wurde ich sogar aufgefordert das Tischgebet zu sprechen, was ich allerdings dankend abgelehnt habe.
Ansonsten ist das Tauchen dort erste Sahne. Die besten Tauchplätze in Raja Ampat befinden sich m. E. alle im Gebiet des Resorts. Eine Alternative zu Max Ammers Resort ist das neue Resort von Grand Komodo auf der Nachbarinsel Mansuar (http://www.komodoalordive.com/RajaAmpatDiveLodge.htm). Dort gibt es die Einschränkungen am Samstag nicht und das Resort fährt dieselben Tauchplätze wie Max Ammer an.