Februar 2012
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Komodo schutzlos

Seit einiger Zeit häufen sich Berichte über eine Zunahme illegaler, rücksichtsloser Fischereiaktivitäten im Komodo Nationalpark. Seit November 2009 gibt es Hinweise, dass illegales Fischen im Nationalpark drastisch zugenommen hat. Die Fischer scheinen eine neue Technik der Cyanidfischerei einzusetzen. Man arbeitet mit präparierten Ködern, die Cyanid enthalten und zu massenhaftem Fischsterben führen. Viele kleinere Fische werden einfach zurückgelassen und bleiben zu Hunderten auf dem Meeresboden liegen. Im Februar kam ein neuer Hilferuf von einem der Komodo-Tauchschiffe. Die Schiffsbesatzung war von Fischern bedroht worden, die ihre Netze über zwei der besten Tauchplätze ausgeworfen hatten.

Von den Nationalpark-Rangern und ihren Patrouillenbooten war seit November nichts mehr zu sehen. Man reibt sich verwundert die Augen. Jährlich zahlen alle Besucher des Komodo Nationalparks
- und darunter besonders viele Taucher – Nationalparkgebühren in Höhe von 15 – 35 $ sowie eine Steuer in Höhe von 40.000 Rupien für jeweils max 3 Tage. Bisher schien dieses Geld auch gut angelegt zu sein. Die Ranger kontrollierten den Nationalpark erfreulich effektiv und der Fischbestand entwickelte sich insgesamt positiv. In den letzten Jahren hat leider die Intensität der Überwachung stark nachgelassen. Schon 2008 berichtete Graham Abbott von Diving4Images über illegale Fischerei im Nationalpark und untätige Parkwächter. Mittlerweile hat sich diese schleichende Verschlechterung zu einem echten Skandal entwickelt.

Die für diesen Skandal verantwortlichen Organisiationen PNK (Putri Naga Komodo) und BTNK (Balai Taman Nasional Komodo) befinden sich im Moment in einem Umstrukturierungsprozess. Zuständigkeiten sollen verlagert werden und die bisher von PNK durchgeführten Patrouillen sollen in Zukunft von BTNK durchgeführt werden. Da diese Umstrukturierung aber in Jakarta verhandelt und beschlossen werden soll, hat PNK einfach erklärt bis zum Abschluss der Verhandlungen in Jakarta sämtliche Patrouillen im Nationalpark einzustellen. M.a.W. der Komodo Nationalpark ist seit geraumer Zeit ungeschützt und droht, wenn nicht schnell etwas passiert, von illegalen Fischern ausgeraubt zu werden.

Was kann man dagegen tun? Eine leicht realisierbare Möglichkeit wäre ein Besuch der offiziellen Komodo Nationalpark – Website www.putrinagakomodo.com. Dort kann man sich zur Kontaktseite weiterklicken und in Englisch seinen Protest gegen die Untätigkeit der Parkverwaltung kundtun.

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